Pfarreiengemeinschaft Hörnerdörfer

Hauptstraße 14

87538 Fischen

Pfarrbüro Fischen:

Montag geschlossen

Dienstag von 10.00 Uhr - 12.00 Uhr

Mittwoch von 16.00 Uhr - 18.30 Uhr

Donnerstag von 10.00 Uhr - 12.00 Uhr und von 14.30 Uhr - 16.30 Uhr

Freitag von 9.00 Uhr – 12.00 Uhr

Pfarrbüro Seifriedsberg:

Dienstag von 14.00 Uhr - 17.00 Uhr

Donnerstag von 14.00 Uhr - 17.00 Uhr

Pfarrbüro Obermaiselstein:

Nur über Fischen und Seifriedsberg erreichbar.

Pfarrbüro Ofterschwang:

Nur über Fischen und Seifriedsberg erreichbar.

Home   |   Impressum   | Datenschutz

Trauerfall

1. Sich zu Lebzeiten rechtzeitig Gedanken über die Verteilung des Nachlasses zu machen.
2. Wenn der Tod naht, sollte man sich ehrlich dieser Situation stellen.
3. Lassen Sie Ihren Sterbenden nicht allein!
4. Ist ein Angehöriger verstorben...
5. Die Zeit danach.

Dass der Tod uns alle trifft, leugnet niemand. Aber wir wollen nicht hinschauen, dass wir irgendwann mit dem Tod von Menschen konfrontiert sind, die wir lieben, oder unsere Angehörigen und Freunde irgendwann um uns selbst trauern werden. Selbst wenn sich der Tod abzeichnet, möchten wir es oft am liebsten ignorieren. Hier sollen solche Gedanken einmal angesprochen werden. Die Jünger Jesu waren durch unseren Herrn darauf vorbereitet, dass er in Jerusalem leiden werde und sterben muss. Aber als es dann soweit war, gerieten sie in Panik. Voll Trauer und Angst liefen sie davon und wussten nicht, wie sie sich verhalten sollten.

Ähnlich kann es uns im Angesicht des Todes gehen. Deswegen möchte ich an dieser Stelle einige Anregungen geben, wie wir uns auf eine solche Extremsituation vorbereiten oder mit ihr umgehen können.

 

1. Sich zu Lebzeiten rechtzeitig Gedanken über die Verteilung des Nachlasses zu machen.

Es passiert so häufig und ist doch die traurigste Sache der Welt. Nach einem Sterbefall geraten Familien in Streit um das Erbe. Anstatt gemeinsam die Trauer zu tragen, sich gegenseitig zu trösten und zu helfen, beginnt Familienkrieg.

Hier hat jeder in seinen gesunden Tagen ein gutes Stück Verantwortung. Wer sein Testament rechtzeitig und gerecht macht sowie verdeutlicht, warum dieses oder jenes so verteilt wird, mit seinen Angehörigen auch darüber redet, kann viel zum Familienfrieden und einer würdigen Verarbeitung der Trauer beitragen. Hinterbliebene sollten in ihren Ansprüchen sich aber um Objektivität bemühen und z.B. auch anerkennen, was einzelne z.B. in der Pflege des Verstorbenen geleistet haben.

2. Wenn der Tod naht, sollte man sich ehrlich dieser Situation stellen.

Zu leugnen oder sich etwas vorzumachen, hat dann gar keinen Sinn mehr. Die verbleibende Zeit sollte man nutzen, um voneinander Abschied zu nehmen oder auch wieder Frieden zu schließen.

Vor allem sollte man auch an den Frieden mit Gott denken. Denn man tritt ja vor Gott hin, legt Rechenschaft für sein Leben ab und erhofft ja in seiner Freude und Geborgenheit auf ewig in der Gemeinschaft der Heiligen leben zu dürfen. Man sollte in sich Reue erwecken über das Böse und Unvollkommene im eigenen Leben, in der Beichte die Hand Gottes zur Freundschaft und Versöhnung ergreifen und durch die Krankensalbung und Kommunion sich durch Christus selbst umarmen lassen. Wenn unsere Seele dann zu Gott heimkehrt, werden wir diese Umarmung aus Liebe und Zuneigung durch Christus spüren und uns sofort bei ihm geborgen fühlen, sobald wir ihn von Angesicht zu Angesicht sehen. Rufen Sie deshalb rechtzeitig einen Pfarrer, nämlich dann, wenn man noch mit allen Sinnen die Sakramente empfangen kann. Bis zur Todesminute zu warten, kann zu spät sein.

3. Lassen Sie Ihren Sterbenden nicht allein!

Christus hat in seiner Todesstunde am Kreuz Trost durch die Anwesenheit seiner Mutter und des einzigen Apostels erfahren, der nicht weggelaufen ist, Johannes. Wenn die Todesstunde eines Angehörigen naht, bleiben Sie bei ihm.

Ihre Nähe wird ihm gut tun. Auch Ihnen wird es hinterher Trost geben, wenn Sie bis zum Schluss bei ihm waren. Falls es die eigenen Kräfte überfordert, wechseln Sie sich familiär in der Wache bei dem Sterbenden ab, aber lassen Sie ihn nicht allein.

4. Ist ein Angehöriger verstorben...

Diese Situation ist oft eine Überforderung. Man ist wie gelähmt und weiß nicht, was man machen soll. Ratschläge sind hier schwierig, weil jeder individuell auf diesen Schreck oder Schock reagiert.

Aber bestimmte Dinge müssen einfach getan werden.

  • Haben Sie den Mut andere (Verwandte, Freunde, Nachbarn...) um Hilfe zu bitten. Wenn man nicht mehr allein ist, tut dies schon gut.

  • Betten Sie Ihren Verstorbenen würdig und mit gefalteten Händen oder lassen Sie sich dabei helfen.

  • Wenn es Ihnen Hilfe und Trost ist, rufen Sie einen unserer Pfarrer, damit wir mit Ihnen für den Verstorbenen beten. Für die Krankensalbung ist es dann allerdings schon zu spät.

  • Verständigen Sie zuerst das Pfarrbüro um einen passenden Beerdigungstermin festzulegen. Hier erhalten Sie auch alle weiteren Informationen was nun zu tun ist.

  • Die Priester kümmern sich um den kirchlichen Ablauf der Dinge und vereinbaren mit Ihnen das Trauergespräch.

  • Anschließend nehmen sie Kontakt mit  einem Beerdigungsinstitut auf,  der Ihnen bei den anstehenden organisatorischen Fragen (Überführung, Sarg, Todesanzeige, Hinweise zu Behördengängen usw.) hilft. Es ist durchaus sinnvoll  sich schon in normalen Tagen darüber Gedanken zu machen, welche Bestattungsinstitute es in der Region und vor allem in unserer Pfarrei gibt.

 

5. Die Zeit danach

Nach der Beerdigung wird der Verlust einem oft erst richtig bewusst. Es beginnt die Zeit, in der die Trauer bewältigt und verarbeitet werden muss. Dies dauert lang und verläuft bei jedem irgendwie individuell verschieden.

In unserer Pfarreiengemeinschaft gibt es Ehrenamtliche, die Sie auf Wunsch in der Trauerzeit besuchen und begleiten. Bitte melden Sie sich dazu im Pfarrbüro.

Hüten Sie sich aber vor folgenden Fehlern:

  • Keine Zeit zur Erholung gönnen. Gerade wer lange jemanden gepflegt hat und selber am Rande seiner Kräfte ist, muss sich jetzt auch die Zeit zur Erholung nehmen und hat auch ein Recht darauf.

  • Sich vor anderen zu verstecken. Oft tut die Einsamkeit in der Trauer gut - oft wird sie aber auch unerträglich. Für seine Gefühle braucht sich niemand schämen. Gehen sie trotz Ihrer Trauer immer wieder unter die Leute. Vereinsamung macht die Trauer schlimmer.

  • Machen Sie den Verstorbenen nicht zum moralischen Knüppel, um anderen zu sagen, was sie zu tun haben (z.B. "das hätte unser Verstorbener aber gewollt / nicht gewollt, dass du ..."). Hier wird meist der Verstorbene für die eigenen Wünsche instrumentalisiert und dem anderen in seiner Trauer nicht geholfen.

 

Ich hoffe, diese Gedanken können Ihnen in einer Situation, in der Sie mit dem Tod konfrontiert sind, ein Stück weiterhelfen. Die eigentliche Hilfe angesichts des Todes kommt aber von dem, der für uns den Tod besiegt hat in seiner glorreichen Auferstehung.