Pfarreiengemeinschaft Hörnerdörfer

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Glaubensinfo

Der Aufbau der Bibel

 

Altes Testament

  • Geschichtsbücher

  • Lehrbücher

  • Prophetische Bücher

Das AT führt zu Christus

Neues Testament

  • Evangelium nach Matthäus

  • Evangelium nach Markus

  • Evangelium nach Lukas

  • Evangelium nach Johannes

  • Apostelgeschichte

  • Apostelbriefe

  • Geheime Offenbarung

Das NT berichtet von Christus und seiner Kirche

"Die Heilige Schrift nicht kennen heißt Christus nicht kennen."

Dieses Zitat wird vom heiligen Hieronymus überliefert und gilt mit Sicherheit für alle Zeiten. In ihr finden wir Gottes Wort im Menschenwort. Irrtümer indes verdunkeln den Glauben und führen den Menschen weg von der Erlösung, die Christus uns gewonnen hat.

 

 

Der Weg der Bibel ist durch drei Stationen markiert:

 

 

  1. Schöpfung mit Mensch als Höhepunkt und Ebenbild Gottes. Die Menschen verloren die Verbundenheit mit Gott, die uns Kraft und Leben bringt. Dies nennen wir "Erbsünde" oder "Ursünde".
     

  2. Gott bleibt den Menschen treu. Er schließt immer wieder einen Bund mit den Menschen, der im Sohne Gottes, Jesus Christus, seinem Opfer am Kreuz und der Auferstehung von den Toten, seinen Abschluss findet. In der Heiligen Messe, der Eucharistie, bleibt er und sein Opfer, das uns Leben spendet, gegenwärtig.
     

  3. Am Ende der Zeiten wird die Schöpfung in seinem Reich vollendet, wenn er "wiederkommt,
    zu richten die Lebenden und die Toten

 

Die Konsequenz daraus:

Jeder Mensch ist aufgefordert am Reich Gottes teilhaben zu dürfen.

Dafür ist notwendig:

  • Der Glaube,

  • das Einhalten der Gebote,

  • die guten Werke,

  • die Verbundenheit mit Christus im Gebet und Sakramenten.

 

Wer bewusst sündigt oder wem Gott egal ist, riskiert das Ewige Leben zu verlieren.

 

Nun seien einige Irrtümer genannt, die in unserer Zeit sehr stark den Glauben bedrohen:

 

1. Die Berichte der Bibel über den Anfang (Erschaffung in sieben Tagen, Adam und Eva, Sündenfall) werden geleugnet oder als für unser Denken irrelevant abgetan.

Hierbei wird der klassische Fehler gemacht, die Erzählungen des AT geschichtlich oder naturwissenschaftlich misszuverstehen.

Es handelt sich nicht um "Geschichtsbücher", sondern um "Lehrbücher", die wesentliche Wahrheiten in Form von Geschichte lehren. Zu diesen Wahrheiten gehören:

  • Die Welt entstand nicht durch Zufall, sondern nahm bei Gott ihren Anfang.

  • Der Mensch hat seine Würde als Ebenbild Gottes.

  • Die Menschheit ist durch die Sünde von Gott, der Quelle allen Lebens, getrennt worden.

  • Gott lässt trotzdem den Menschen nicht im Stich.

 

Die Bibel ist gerade deswegen ein Buch für alle Zeiten, Kulturen und Generationen, weil sie die Wahrheiten nicht in abstrakten Sätzen lehrt,  sondern in Geschichten, die immer ihre Gültigkeit haben und verstanden werden können.

Das Argument von Urknall und Evolutionstheorie sticht nicht, weil die naturwissenschaftlich zu erforschende Entwicklung auch durch Gott zielgerichtet stattgefunden haben kann. Es ist die Frage der Grundentscheidung, ob alles aus Chaos und Zufall kommt und so auch wieder vergehen wird, oder ob hinter allem Gottes ordnender Geist steht, in dem alles seine Vollendung findet.

Der christliche Glaube ist eine Erlösungsreligion. Wir werden befreit von Sünde und Tod. Die Leugnung des Sündenfalls beraubt den Glauben einer wesentlichen Grundlage, verwandelt ihn von einem Erlösungsgeschehen in eine respektable aber langweilige innerweltliche Angelegenheit. Um uns zu retten, erwählt sich Gott ein Volk und schließt mit diesem immer wieder einen Bund, der eine Art "Familienverhältnis" mit Gott begründet. Dies wird theologisch mit dem Wort "Gnade" zum Ausdruck gebracht. Seine Vollendung findet der Bund mit der Menschwerdung Gottes in seinem Sohn Jesus Christus und seinem erlösenden Handeln an uns. Er ist von seinem ganzen Wesen her wahrer Gott und wahrer Mensch.

2. Jesus sei nicht Gott, sondern ein besonders vorbildlicher Mensch, dessen Sache (Geist) nach seinem Scheitern am Kreuz weitergeht. Daher seien seine Wunder einschließlich der Auferstehung nachösterliche Erzählungen, die  zwar würdevoll aber geschichtlich irrelevant seien und eher ein antikes mystisches Weltbild bedienen. Die Kirche sei somit auch eine menschliche Einrichtung.

Dieser Irrtum ist beinahe ein Grunddogma heutiger vor allem deutscher Universitätstheologie. Übernatürliches wird von vornherein geleugnet. Hier werden die Gläubigen mit giftigen Früchten ernährt.

Als Pfarrer kann man erleben, dass ein Achtklässler aus der Realschule einem sagt: "Der Glaube stimmt gar nicht, in der Schule haben wir gelernt, dass das in der Bibel alles nicht stimmt". Und vor den Hochfesten Weihnachten  und Ostern erscheinen regelmäßig in den Zeitungen und Magazinen Artikel, die auf dieser Grundlage mit wissenschaftlich erhobenen Zeigefinger sowie der Berufung auf die "wissenschaftliche Theologie" die Menschwerdung Gottes und die Auferstehung Jesu sowie die Wunder einem Millionenpublikum für nicht real erklären.
Viele haben dadurch schon ihren Glauben verloren.

Dagegen gilt: Sich nicht verunsichern lassen!

Schon in biblisch-apostolischer Zeit wurde die Warnung ausgesprochen, dass die Leugnung der Menschwerdung und Göttlichkeit Jesu ein Unheil stiftendes Werk aus antichristlichem Geist ist (vgl. 1 Joh 1-4)! Paulus mahnt, wenn die Auferstehung nicht wirklich wäre, hätte das ganze Leben keinen Sinn und wir wären Betrogene (vgl. 1 Kor 15)!

Mit Vorliebe argumentieren die Anhänger dieses Irrtums mit der Spätdatierung der neutestamentlichen Schriften. Je weiter die Abfassung vom Geschehen entfernt ist, desto leichter kann man behaupten, die erzählten Geschichten entbehren der historischen Realität und wollen durch erfundene Begebenheiten die besondere Bedeutung des Menschen Jesus und seiner Sache hervorheben.

Dagegen gilt: Das Neue Testament selbst erhebt den Anspruch, historische Realität zu berichten. Lukas beginnt sein Evangelium mit den Worten:
"Schon viele haben es unternommen, einen Bericht über all das abzufassen, was sich unter uns ereignet und erfüllt hat. Dabei hielten sie sich an die Überlieferung derer, die von Anfang an Augenzeugen und Diener des Wortes waren. Nun habe auch ich mich entschlossen, allem von Grund auf sorgfältig nachzugehen, um es für dich, hochverehrter Theophilus, der Reihe nach aufzuschreiben. So kannst du dich von der Zuverlässigkeit der Lehre überzeugen, in der du unterwiesen wurdest."

Wenn die Zeitgenossen und Augenzeugen Jesu mit wie auch immer gemeinten Fabeleien konfrontiert worden wären, hätte es mit Sicherheit einen Aufschrei der Entrüstung gegeben. Im Evangelium wird die Begebenheit der Verklärung Jesu auf dem Berg berichtet. Im 2. Petrusbrief (16-19) heißt es dazu:
"Denn wir sind nicht irgendwelchen klug ausgedachten Geschichten gefolgt, als wir euch die machtvolle Ankunft Jesu Christi, unseres Herrn, verkündeten, sondern wir waren Augenzeugen seiner Macht und Größe. Er hat von Gott, dem Vater, Ehre und Herrlichkeit empfangen, denn er hörte die Stimme der erhabenen Herrlichkeit, die zu ihm sprach: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe. Diese Stimme, die vom Himmel kam, haben wir gehört, als wir mit ihm auf dem heiligen Berg waren. Dadurch ist das Wort der Propheten für uns noch sicherer geworden, und ihr tut gut daran, es zu beachten. Denn es ist ein Licht, das an einem finsteren Ort scheint, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in eurem Herzen."

Wenn in Bezug auf die biblischen Geschehnisse mit einem in unserer Zeit überwundenen antiken mystischen Weltbild argumentiert wird, das "entmythologisiert" werden muss, offenbart sich hier eine naive Kulturarroganz, die außerdem der historischen Überprüfung nicht standhält. Zu unserem Glauben  gehört, dass Gott uns eine unsterbliche Seele geschenkt hat, die nach dem Tode weiterlebt. Es gehört genauso hinzu, dass Gott Geistwesen geschaffen hat, die wir Engel und Dämonen sowie als höchsten der Dämonen „Satan“ nennen. Die Leugnung alles Übernatürlichen kann damit natürlich nichts anfangen. Dies ist allerdings keine Kulturleistung unserer Epoche, sondern diese Einstellung hat es schon zurzeit Jesu gegeben. Damals gab es im Judentum unterschiedliche Gruppierungen. Die zwei bedeutsamsten waren die Pharisäer und die Sadduzäer.

Die Pharisäer, die sonst oft wegen ihrer Überheblichkeit von Jesus scharf kritisiert wurden, glaubten an die Unsterblichkeit der Seele und an Engel und Dämonen.

Die Sadduzäer, eine Art intellektuelle Führungselite, lehnte diesen Glauben strikt ab.

Jesus selbst hat sich mit dem Glauben der Pharisäer identifiziert und somit diesen als göttliche Offenbarung bestätigt (vgl. Mk 12,25; Mt 22,30; Lk 20, 36). Paulus hat bei seiner Verhaftung beide Richtungen gegeneinander ausgespielt, um sich gegenüber den römischen Machthabern besser zu positionieren (vgl. Apg 23).

Es gibt gar nichts zu "entmythologisieren", die Auffassungen zur biblischen Zeit unterscheiden nicht herausragend zu unseren neuzeitlichen Anschauungen. Aber die Menschen zu jeder Zeit und Epoche stehen von der Herausforderung, die Offenbarungen Gottes anzunehmen oder abzulehnen.

Dass die biblischen Wunder als Zeichen der Göttlichkeit Jesu wirkliche geschehen sind, wird auch durch das "Quadratusfragment" deutlich. Ein Christ namens Quadratus hat im Jahr 125 n. Chr. dem römischen Kaiser Hadrian eine Schrift zur Verteidigung der Christen überreicht. Der überlieferte Text lautet:
"Was unser Erlöser getan hat, war ständig noch vor aller Augen, denn es war wirklich geschehen: Leute, die geheilt waren, und Leute, die von den Toten auferstanden waren, Leute, die man nicht nur einmal als Geheilte und Auferstandene gesehen hatte, sondern die auch ständig da waren, nicht nur solange unser Erlöser auf Erden war, sondern auch nachdem er sich entfernt hatte. Sie lebten noch geraume Zeit, und einzelne waren sogar bis in unsere Tage hinein am Leben."

Quadratus hätte niemals gewagt, so etwas vor dem römischen Kaiser zu behaupten, wenn es nicht nachprüfbar und wirklich geschehen wäre.

Die Frühdatierung der Evangelien (vor dem Jahre  70 n. Chr.) dürfte inzwischen nachgewiesen sein,  da man in Qumran Textfragmente einiger Evangelien gefunden hat. Diese müssen zwangsläufig vor der Zerstörung des Jerusalemer Tempels durch die Römer dort deponiert worden sein.

Für denjenigen, der sich ausführlicher mit der Materie beschäftigen möchte, seien folgende Bücher empfohlen:

- Gerhard Kroll, Auf den Spuren Jesu, (Ein archäologisch hochinteressanter Bildband)

- John A.T. Robinson, Wann entstand das Neue Testament?, Ein nicht einfaches bibelwissenschaftliches Werk)

- Carsten Peter Thiede und Matthew d´An; Der Jesus-Papyrus

- Carsten Peter Thiede; Ein Fisch für den römischen Kaiser; Die älteste Evangelienhandschrift?; Der Petrus Report; sowie sämtliche weiteren Bücher desselben Autors, dessen Werke auch gut zu verstehen sind, wenn man nicht Theologie studiert hat.

- Klaus Berger; Sind die Berichte des Neuen Testamentes wahr?; sowie sämtliche weiteren Bücher desselben Autors, dessen Werke wissenschaftlich aber trotzdem gut verständlich sind.

-Michael Hesemann;Jesus von Nazareth; sowie sämtliche weiteren Bücher desselben Autors.

 3. Die Heilige Messe sei kein Opfer sondern eine Mahlfeier und ein Erinnerungsgeschehen, die Kommunion sei "heiliges Brot". Priester und Kirche seien dafür nicht notwendig.

Diese Auffassung wird vor allem von denen vertreten, die sich aus der sakramentalen Gemeinschaft mit der katholischen Kirche verabschiedet haben.

Aber auch im innerkatholischen Bereich wird vielerorts diese Meinung vertreten, wobei dann in der Praxis der Opfergedanke im Zusammenhang mit dem priesterlichen liturgischen Handeln nur noch am Rande thematisiert oder ganz verschwiegen wird. Es ist festzuhalten, dass die Messe als Bitt-, Lob-, Sühn- und Dankopfer, das durch den geweihten Priester dargebracht wird, ein wesentlicher Bestandteil des katholischen Glaubens ist. So kann auch das gesamte Leben mit seinen vielfältigen Aspekten in die Feier der Messe eingebracht werden, indem man  sich mit Christus und seinem erlösenden Handeln in allen Lebenslagen innerlich vereint. Spirituell bietet dies wesentlich mehr als eine "Wir-haben-uns-alle-lieb-Händchenhalt-Frömmigkeit" mit krampfhaft gruppendynamischen Aktionismus und zwanghafter Kreativität, die in Gefahr ist sich mehr selbst zu feiern als wirklich Gott die Ehre zu geben.

In vielen biblischen und freikirchlichen Gruppierungen, die ebenfalls diese Auffassung vertreten, herrscht zwar eine ernst zu nehmende echte Religiösität vor, die aber meist von einer gewissen biblischen Naivität getragen ist, als ob die Bibel ein vom Himmel gefallenes Buch wäre. Entsprechend den Gesetzen der Gruppenpsychologie nimmt oft ein charismatischer Bibelguru die religiöse Führungsposition in solchen Gruppen ein, so dass ein "Lehramt" von eigenen Gnaden dabei herauskommt.  Die Entstehung der Bibel und vor allem die Festlegung, welche Schrift zur Sammlung (Kanon) der biblischen Bücher gehört, ist aus dem Leben der Glaubenstradition gewachsen, die nach dem Willen Jesu von Petrus und den Aposteln sowie ihren legitimen Nachfolgern, dem Papst und den Bischöfen, getragen wird. Das protestantische Prinzip "nur allein die Bibel" (sola scriptura) ist zwar aus der historischen Situation der Mißstände der Reformationszeit verständlich, selbst aber durch keinen einzigen Beleg aus der Bibel zu begründen. Hier gilt: "Wer die Kirche nicht zur Mutter hat, kann Gott nicht zum Vater haben!"

Zum festen Glauben der Kirche gehört, dass durch die Wandlungsworte, die der Priester in der Eucharistiefeier betet, sich Brot und Wein von ihrem ganzen Sein und Wesen her in Jesus Christus selbst verwandeln. Somit muß der heiligen Hostie höchste Ehrfurcht und Anbetung zuteil werden. Einzig vom "geweihten" oder "heiligen Brot" zu sprechen, ist eine Verkürzung der Wahrheit und enthält Christus die Ihm gebührende Verehrung vor. Die eucharistische Vereinigung mit Christus im Empfang der Kommunion setzt somit auch die Einheit im Glauben und im Willen zu einer Lebensführung nach den Geboten Gottes voraus.
Aus all dem wird deutlich, das einen christlichen Glauben ohne kirchliche Verbundenheit nicht gibt. Wer meint ohne Kirche auch glauben zu können, glaubt zwar irgendetwas, aber nicht an Christus, den Sohn Gottes, wie er sich uns offenbart hat.

 

4. Wir kommen ohnehin alle in den Himmel.
Wiedergeburt wird auch für möglich gehalten.

Diese Haltung offenbart einen naiven Heilsoptimismus, der sich nach biblischem Zeugnis nicht begründen läßt.

Der barmherzige Vater hält zwar seine Arme offen für jeden, der zu ihm heimkehrt, die Verlorenheit des Sohnes fern der Heimat bei Gott verliert aber dadurch nichts an Dramatik. In den Gleichnissen und Gerichtsreden hat es diejenigen, die nicht am Reich Gottes Anteil haben dürfen, meist eiskalt erwischt. Sie hielten sich und ihr Tun für ok, "wir kommen ja alle in den Himmel".

Umso erschreckender dann das Erwachen. Die Frohbotschaft soll damit nicht zur Drohbotschaft werden, denn der Wille Gottes, jedem die Erlösung anzubieten, bleibt immer aktuell. Die Bereitschaft unsererseits vom bösen Tun umzukehren, Gottes Gebote einhalten zu wollen und im Innersten von der Liebe zu Gott und zu den Menschen durchdrungen zu sein, ist eine notwendige Voraussetzung für das ewige Leben bei Gott. Damit ist auch die Basis geschaffen, um unsere Zeit auf Erden zur positiven Gestaltung unseres persönlichen, familiären und gesellschaftlichen Umfeldes zu nutzen.
Der Gedanke der "Wiedergeburt" findet auch im abendländischen Kulturkreis immer mehr Anhänger. Die verschiedenen Varianten reichen von naiv-light bis zu religiös-spirituell, wobei dann auch nach einem geistigen Weg der Erleuchtung gesucht wird. Was im asiatischen Raum Hochkulturen auch mit allen Negativseiten hervorgebracht hat (man denke an die scheinbare Gleichgültigkeit gegenüber den Leidenden im Hinduismus), wird bei uns unreflektiert übernommen. Dem so genannten "Weg der Erleuchtung" eignet etwas religiös und sittlich Unverbindliches, so dass er vielen Zeitgenossen ausgesprochen sympathisch erscheint. Aber auch bei Kirchgänger findet man immer wieder die  dumme aber religiös sicher nicht ernst gemeinte Aussage: "Im früheren Leben war ich..." oder "im  nächsten Leben werde ich...". Nach christlichem Glauben ist jeder Mensch mit seinem konkreten Leben einmalig, von Gott gewollt und geliebt. Diese Einzigartigkeit, die uns unsere Würde verleiht, ist auch im zeitlichen einmalig und nicht wiederholbar. Der christliche Glaube und der fernöstliche Glaube sind zwei grundverschiedene nicht vereinbare Denkansätze, so dass man sich für den einen oder den anderen entscheiden muß. Vielleicht kann man von den spirituellen Meditationsformen das eine oder andere im christlichen Gebetsleben übernehmen, von der Grundlehre des Glaubens her muß man allerdings eine Grundentscheidung treffen, die dann den anderen Glauben ausschließt. Stärkstes Argument für den christlichen Glauben in diesem Zusammenhang ist: Der Anhänger des Glaubens an die Wiedergeburt muß aus eigener menschlicher Kraft den „Weg der Erleuchtung“ gehen, um dem „Rad der Wiedergeburten“ zu entgehen (wohin dann eigentlich als Person?) und gleicht damit Baron Münchhausen, der sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf zieht. Der Christ weiß dagegen, dass Gott selbst in seinem Sohn Jesus Christus uns dem Tod entrissen hat und eine ewige Heimat auf uns wartet, in der jeder als Person und Individuum seine Vervollkommnung und sein ewiges Glück bei Gott findet.​​​

 

Jesus hilft uns in den Sakramenten

(von Pfarrer Stephan Spiegel)

In den äußeren Zeichen der Sakramente werden uns das Heil und die Erlösung geschenkt, die Christus uns gewonnen hat. Die Sakramente gehen auf Christus selbst in biblischer Tradition zurück und sind heilsnotwendig, da sie von innen, dem ganzen Wesen her, mit der Kraft und dem Leben Gottes erfüllt sind, so dass sie auch bewirken, was sie bezeichnen. Wer aus eigenem Verschulden auf die Sakramente verzichtet oder sie zurückweist, kann auch an der Erlösung, die sie uns vermitteln, keinen Anteil gewinnen.

Die Bedeutung des Glaubens und der sieben Sakramente in Beziehung zum Heilshandeln Jesu kann man schön durch das Bild eines Baumes veranschaulichen:

Wie Jesus uns konkret in den Sakramenten hilft und beisteht, kann man an folgendem Schaubild ersehen:

Das Sakrament der Taufe

1.) Wer darf die Taufe spenden?
Der Bischof, der Priester und der Diakon. Bei Lebensgefahr darf jeder taufen.

2.) Wer darf die Taufe empfangen?
Jeder, der dem katholischen Glauben und den Geboten Gottes zustimmt.

3.) Wie wird die Taufe gespendet?
Wasser wird über die Stirn gegossen. Dabei sagt der Taufspender: "Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes."

4.) Wie oft darf man die Taufe empfangen?
Einmal im Leben.

Das Sakrament der Firmung

1.) Wer darf das Sakrament der Firmung spenden?
Der Bischof oder die Priester, die vom Bischof dazu den Auftrag oder die Erlaubnis erhalten.

2.) Wer darf die Firmung empfangen?
Jeder katholisch getaufte Christ, der seine Taufe in der Kraft des Heiligen Geistes besiegeln möchte. Dazu gehört die Bereitschaft:

  • Die Pflichten des Glaubens zu erfüllen

  • Den Glauben zu bezeugen

  • Den Glauben zu verteidigen

 

3.) Wie wird die Firmung gespendet?
Der Firmspender salbt den Firmling mit Chrisam auf die Stirn und spricht dabei:
"Sei besiegelt mit der Gabe Gottes, dem Heiligen Geist."

4.) Wie oft darf man die Firmung empfangen?
Einmal im Leben.

Das Sakrament der Eucharistie

Die Eucharistie hat ihren Ursprung im Letzten Abendmahl, das Jesus vor seinem Leiden am Gründonnerstag mit seinen Aposteln gefeiert hat. Es war die erste heilige Messe, die je gefeiert wurde. Jesus hat dabei die entscheidenden Worte gesprochen, die wir als "Wandlungsworte" bezeichnen.

"Das ist mein Leib, das ist mein Blut"
Bei diesen Worten verwandeln sich Brot und Wein in Jesus Christus. Die Kirche nennt dies "Wesensverwandlung" oder "Transsubstantiation". Obwohl Brot und Wein nach wie vor wie Brot und Wein aussehen und schmecken, sind sie Jesus Christus selbst. Wir können darauf nur mit Ehrfurcht, Dankbarkeit und Anbetung reagieren.

"Mein Leib, der für euch hingegeben wird; mein Blut, das für euch vergossen wird"
Bei diesen Worten wird das Kreuzesopfer Jesu auf unseren Altären Gegenwart. Es ist so, als würden wir vor Jesus knien, der für uns am Kreuz hängt.

"Tut dies zu meinem Gedächtnis"
In diesen Worten liegt der Auftrag, die heilige Messe zu feiern und mitzufeiern.
Die Apostel wurden hierbei als Bischöfe und Priester eingesetzt.

 

1.) Wer darf die Eucharistie spenden?
Der Eucharistie vorstehen und die Wandlungsworte sprechen dürfen nur die Bischöfe und die Priester. Die Kommunion den Gläubigen austeilen dürfen die Bischöfe, Priester, Diakone und die dazu als Kommunionhelfer beauftragten Gläubigen.

 

2.) Wer darf die Eucharistie empfangen?
Jeder katholisch getaufte Christ, der entsprechend darauf vorbereitet wurde und keine schwere Sünde oder Todsünde begangen hat. In einem solchen Fall muss man sich erst im Sakrament der Beichte mit Gott versöhnen, ehe man zum Tisch des Herrn treten darf.

3.) Wie wird die Eucharistie gespendet?
In dem der Bischof oder Priester der Eucharistiefeier vorsteht und über Brot und Wein die Wandlungsworte betet.
Der Kommunionspender reicht dem Gläubigen die Hostie und sagt dabei: "Der Leib Christi." Der Gläubige antwortet: "Amen.“ Es muss auf einen ehrfürchtigen Umgang mit der Hostie geachtet werden. Augenmerk ist darauf zu richten, dass keine Partikel (kleine Teilchen der Hostie) abbrechen und verloren gehen.

4.) Wie oft darf man die Eucharistie empfangen?
Wenn man keine schwere Sünde oder Todsünde empfangen hat, darf man täglich die Eucharistie empfangen.

Das Sakrament der Beichte

Oft wird man mit der Frage konfrontiert, ob Bußandachten nicht ausreichen. Hier gilt: Das eine tun und das andere nicht lassen. Die Bußandacht kann aber die Beichte nicht ersetzen und gibt vor allem bei schweren Sünden keine Gewissheit wirklicher Vergebung. Wer nur noch die Bußandacht, so schön und ansprechend sie auch gestaltet sein mag, anstelle der Beichte mitfeiert, weicht letztlich dem konkreten Heilshandeln Jesu an sich als Person aus. Es ist ja gerade das Schöne, dass Gott jedem seine Sünden verzeiht, so schwer sie auch waren. Wenn echte Reue vorliegt, schenkt Gott Heilung, denn durch die Sünde wurden nicht nur die anderen geschädigt, sondern auch in der eignen Seele und Persönlichkeit bleibt durch jede Sünde eine Verwundung oder Narbe zurück. Durch seine Liebe gibt Gott jedem Menschen seine Würde als Geschöpf und Kind Gottes zurück.

Zur Vorbereitung auf die Beichte sollte man sich vor allem Zeit und Stille gönnen. Eine Faustregel sind die "Fünf B":

1. Besinnen
Nachdenken über das, was man getan hat. Hierbei kann einem die Betrachtung der Zehn Gebote helfen. Man kann auch über die drei Punkte nachdenken:

  • mein Verhalten Gott gegenüber,

  • den Mitmenschen gegenüber

  • und mir selbst gegenüber.

Im Gotteslob findet man ab Nr. 58 auch verschiedene Beichthilfen für die unterschiedlichen Altersgruppen. Hilfreich könnte auch der Beichtspiegel sein, der sich hier als PDF-Dokument herunterladen lässt.

 

 

Die Dinge, die einem bei der Besinnung eingefallen sind, sollte man sich merken und auch aussprechen können.
 
2. Bereuen
Das, was man Böses und Schlechtes getan hat, muss einem auch Leid tun. Zumindest von der Vernunft her muss einem klar sein, das man eigenes schlechtes Verhalten nicht vor sich oder andern als gut und "ok" verkauft.

3. Sich bessern wollen


Der Vorsatz muss vorhanden sein, Böses zu unterlassen.
Wenn man gegen bestimmte eigene Fehler ankämpfen möchte, konzentriert man sich besser auf nur eine Sache als auf zehn gleichzeitig. Wie beim Hochsprung muss man die Latte immer ein klein wenig höher legen als man springen kann. So steigert man sich nach und nach. Wer sie zu hoch ansetzt, wird scheitern und den Mut verlieren. Diese Gesetzmäßigkeit gilt auch für das Bemühen vor Gott besser zu werden. Dieses Bemühen ist allerdings eine spirituelle Notwendigkeit. Der hl. Augustinus hat gesagt: "Wer im Glauben nicht wächst, dessen Glaube stirbt."

4. Bekennen
Als Persönlichkeit muss man auch zu dem stehen, was man getan hat. Biblisch gesehen werden die Dämonen dadurch vertrieben, dass sie beim Namen genannt werden. Es ist wichtig, seine Sünden auch auszusprechen. Dies geschieht im Bekenntnis bei der Beichte (entweder im Beichtgespräch oder im Beichtstuhl). Der Priester nimmt das Bekenntnis entgegen und durch das Beichtgeheimnis ist höchste Diskretion garantiert. Dann erteilt der Priester im Namen Jesu die Lossprechung von den Sünden.

5. Buße
Buße bedeutet Wiedergutmachung. Das Bußgebet, das der Priester einem aufgibt, kann oft nur symbolische Bedeutung haben. Es ist klar, dass man Schädigungen anderer wieder in Ordnung bringt, versöhnliche Worte für andere findet, mit denen man gestritten hat und der Reue und Umkehr auch Taten folgen lässt.

Manche leiden darunter, immer wieder trotz bester Vorsätze dieselben Fehler zu begehen.  Bitte sich deswegen nicht entmutigen lassen. Vor Gott wird heilig, wer sich immer wieder zu ihm hin orientiert. Wer dagegen die Waffen im Kampf um das Gute streckt, ist wie der, der im biblischen Gleichnis sein Talent vergraben hat.

 

1.) Wer darf die Beichte spenden?
Die Bischöfe und die Priester.

2.) Wer darf die Beichte empfangen?
Jeder katholisch getaufte Christ, der seine Sünden bereut und durch die Beichte die Taufgnade und seine Verbundenheit mit Gott erneuern möchte.

3.) Wie wird die Beichte gespendet?
Der Beichtende bekennt seine Sünden. Das allgemeine Schuldbekenntnis („ich habe gesündigt in Gedanken, Worten und Werken) reicht hierbei nicht aus, sondern man muss schon sein eigenes Tun so gut es geht konkret in Worte fassen. Der Priester spricht über den Beichtenden ein Gebet und erteilt ihm im Namen Jesu die Lossprechung von den Sünden.

4.) Wie oft kann man die Beichte empfangen?
Die Beichte kann man immer wieder empfangen. Bei schweren Sünden sollte man sofort zum Beichten gehen. Vorgeschrieben ist der Beichtempfang einmal im Jahr. Dies ist allerdings die Minimallösung. Sinnvoller ist es, das Jahr in mehrere gut überschaubare Abschnitte einzuteilen und entsprechend oft zu beichten. Auch sollte keines der großen Hochfeste vergehen (Weihnachten, Ostern) ohne das Sakrament der Beichte. Schön wäre es, wenn man sich auf die Mitfeier der heiligen drei österlichen Festtage (Gründonnerstag, Karfreitag und Ostern) schon durch die Beichte vorbereitet hätte und sie nicht erst auf die letzte Minute vor Ostern schiebt.

 

Das Sakrament der Krankensalbung

"Herr Pfarrer, sie können mir die Sakramente spenden, wenn es mir wieder besser geht."  Sicher freut sich der Pfarrer jemanden zu besuchen, der von einer Krankheit wieder genesen ist. Allerdings hat man den Sinn der Krankensalbung bei einer solchen Einstellung noch nicht verstanden. Die Medizin nimmt man ja auch nicht erst, wenn die Krankheit vorbei ist.

Die Krankensalbung wurde früher "Letzte Ölung" genannt. Aus dieser Zeit ist vielerorts noch eine Scheu vor diesem Sakrament vorhanden, als ob der Sensenmann schon an der Bettkante stehen muss, um es zu empfangen. Die Krankensalbung stärkt seelisch bei schwerer Krankheit und gibt für den letzten Weg die nötige Kraft. Reiseproviant packt man auch nicht erst nach der Abfahrt ein. Deswegen ist es sinnvoll, ehrlich zu sich auch bezüglich der gesundheitlichen Situation zu sein und rechtzeitig einen Priester zur Krankensalbung zu holen, dass man dabei auch noch mitbeten kann.

Nach Eintritt des Todes kann die Krankensalbung nicht mehr gespendet werden.

1.) Wer darf die Krankensalbung spenden?
Der Bischof und der Priester.

2.) Wer darf die Krankensalbung empfangen?
Jeder katholisch getaufte Schwerkranke, der aufgrund seiner Krankheit auch  mit dem Tod rechnen muss. Durch die Krankensalbung werden die Sünden vergeben, man wird seelisch gestärkt und auf die Begegnung mit Jesus Christus nach dem Tode vorbereitet.

3.) Wie wird die  Krankensalbung gespendet?
Dem Kranken werden die Stirn und die Hände gesalbt und dabei um den Beistand Jesu Christi gebetet.

4.) Wie oft kann man die Krankensalbung empfangen?
Bei jeder schweren Krankheit, bei der Lebensgefahr nicht auszuschließen ist, kann man die Krankensalbung empfangen.

Das Sakrament der Ehe

Die Ehe wird auch "Natursakrament" genannt, da die Verbindung von Mann und Frau, sich zu lieben und zu achten sowie eine Familie zu gründen, der Natur- und Schöpfungsordnung entspricht. Durch die göttliche Offenbarung wurde die Ehe ausdrücklich zum Sakrament erhoben. Die menschliche Sexualität hat sich in diese von Gott gewollte Ordnung einzufügen, da in der ehelichen Verbindung auch der Ort der Weitergabe des Lebens ist und der Mensch so am Schöpfungswerk Gottes mitarbeiten darf.

1.) Wer darf das Sakrament der Ehe spenden?
Die Ehepartner spenden sich das Sakrament der Ehe gegenseitig. Der Bischof, der Priester oder der Diakon bestätigen  im Namen Gottes und der Kirche die Spendung des Sakramentes.

2.) Wer darf das Sakrament der Ehe empfangen?
Jeder getaufte Mann und jede getaufte Frau, die noch unverheiratet sind. Wer Gott versprochen hat unverheiratet zu bleiben (z. B. Priester oder Ordensleute), darf nicht die Ehe empfangen.

3.) Wie wird die Ehe gespendet?
Die Ehepartner versprechen sich vor Gott einander die Liebe und Treue in guten und in bösen Tagen, bis der Tod sie scheidet. Der Priester bindet seine Stola um die Hände des Ehepaares und bestätigt so die Eheschließung.

4.) Wie oft kann man die Ehe empfangen?
So lange die Ehepartner leben, darf man nicht noch einmal die Ehe empfangen. Erst wenn ein Partner gestorben ist, darf man wieder heiraten.

Das Sakrament der Priesterweihe

Angesichts des Priestermangels in Deutschland erschallt immer wieder der Ruf nach der Priesterweihe von Frauen und Abschaffung der priesterlichen Ehelosigkeit.

Die Treue zu Jesus Christus verpflichtet uns in die Nachfolge der Apostel nur Männer zu berufen. Die Abschaffung des Zölibats würde wahrscheinlich auch nicht den gewünschten Erfolg bringen, da das Problem woanders liegt. Weltweit steigt die Zahl der Priester. In einigen westlichen Ländern geht sie rapide zurück. Diese Erfahrung machen dort auch christliche Gemeinschaften, die das Frauenpriestertum und verheiratete Pastoren haben. Parallel ist ein Rückgang der kirchlichen Eheschließungen zu beobachten. Also liegt das Problem eher an einer Angst, Bindungen und Versprechen einzugehen, die lebenslang gelten. Gegen diese Depression wäre es eine grundfalsche Medizin, auf das Vorbild des Mutes und der Lebensbejahung zu verzichten, die der Entscheidung zu Ehe oder Priestertum innewohnen.

 

1.) Wer darf die Priesterweihe spenden?
Nur der Bischof.

2.) Wer darf die Priesterweihe empfangen?
Katholisch getaufte und gefirmte Männer, die zum Priestertum berufen sind und deren Berufung von der Kirche als echt anerkannt wurde. Sie müssen sich mehrere Jahre durch Aneignung von Wissen und durch Reifung der Persönlichkeit auf die Weihe vorbereiten und bei der Priesterweihe Gott die Ehelosigkeit um des Himmelsreiches Willen versprechen.

3.) Wie wird die Priesterweihe gespendet?
Bei einem feierlichen Gottesdienst legt der Bischof dem Weihkandidaten die Hände auf. Durch dieses Zeichen wurde das Amt der Apostel durch alle Jahrhunderte an die Bischöfe, Priester und Diakone weitergegeben.

4.) Wie oft kann man die Priesterweihe empfangen?
Einmal im Leben.

Gebete

Wenn man eine bestimmte Person nicht mehr trifft, nicht mehr mit ihr spricht, telefoniert, keine SMS oder E-Mail mehr schickt, geht der Kontakt und die Beziehung zu dieser Person in die Brüche. So ist es auch in der Beziehung zu Gott. Daher ist es im Glauben von immenser Wichtigkeit regelmäßig im Gespräch mit Gott zu verbleiben.
Die innere Antenne auf die Verbindung mit Gott auszurichten ist nicht schwerer als mancher denkt. Versuchen muss man es halt.

Es gibt das in Gedanken frei formulierte Gebet, das spontan, aber auch im Rahmen einer Betrachtung oder Meditation (Bibelstelle, religiöser Text, religiöses Bild, ...) stattfinden soll.

Es gibt aber auch schöne und hilfreiche formulierte Gebete, die aus christlichem Geist heraus unser Herz zu Gott hinbewegen und persönliche sowie allgemeine Anliegen, Bitte und Dank, vor Gott hintragen. Die wichtigsten Gebete dieser Art sind unten aufgeführt.

Kein Tag soll vergehen, der nicht mit einem Gruß an Gott beginnt und mit einem Dank an Gott abschließt.
Ein Tagesplan ist sinnvoll: Sich am Abend zuvor schon zu überlegen, welche Aufgaben, Verpflichtungen, Angelegenheiten der Familie und Freunde, aber auch Dinge der Freizeit am nächsten Tag auf einen warten und sich einen zeitliche Einteilung zurechtlegen. Eingeplant gehört auch, welche Zeit man für Gott reserviert. Dabei kommt es auf Qualität an, nicht Quantität. Der Phantasie sind natürlich keine Grenzen gesetzt.

Möglichkeiten sind:

  • zum Gebetsläuten den "Engel des Herrn" zu beten,

  • tagsüber irgendwann 10 Minuten Anbetung vor dem Allerheiligsten in der Kirche zu halten,

  • sich 20 Minuten zur Betrachtung einer Bibelstelle frei zu halten oder für den Rosenkranz.

 

In den Tagesplan kann man nach Möglichkeit auch die Mitfeier der Heiligen Messe am Werktag aufnehmen. Der Sonntag und das sog. "Wochenende" sollte immer so geplant sein, dass die Mitfeier der Sonntagsmesse im Mittelpunkt steht und alle anderen Freizeitaktivitäten sich darum gruppieren und bewegen wie die Planeten um die Sonne. So gibt man wirklich Gott in seinem Leben die Ehre. Je nach Situation sollten die Ereignisse des Tages begleitet sein von spontanen Stoßgebeten. Sie geben bei Aufgaben, Begegnungen und wichtigen Gesprächen die Stärke und innere Gelassenheit aus der stetigen Verbundenheit mit Gott. Zum Abschluss des Tages kann man sich dann im Gebet überlegen, was gelungen ist und was weniger gelungen ist, Reue erwecken für die Sünden des Tages, Gott danken, um Kraft für den Tagesplan des nächsten Tages zu bitten und so für die Nacht die innere Ruhe finden.

 

Vater Unser

Vater unser im Himmel, geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Ehre sei dem Vater

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit Amen.

Apostolisches Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde, und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinab gestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige katholische Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.

Ave Maria

Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus.
Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.

Vor dem Essen

O Gott, von dem wir alles haben, wir preisen dich für diese Gaben. Du speisest uns, weil du uns liebst. O segne auch, was du uns gibst. Amen.

Nach dem Essen

Dir sei, o Gott, für Speis und Trank, für alles Gute Lob und Dank. Du gabst, du willst auch ferner geben. Dich preise unser ganzes Leben. Amen.

Gebet für die Verstorbenen

Dies Gebet kann allein oder im Wechsel zwischen einem Vorbeter und den Anderen gebetet werden.

V.: Herr, gib ihm (ihr) und allen Verstorbenen die ewige Ruhe.
A.: Und das ewige Licht leuchte ihnen.
V.: Herr, lass sie ruhen in Frieden.
A.: Amen.

Engel des Herrn

Der "Engel des Herrn" erinnert uns an die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus und damit an das zentrale Geheimnis unserer Erlösung. Nach einer schönen alten Tradition läuten dreimal am Tag (früh, mittags und abends) die Kirchenglocken, um uns zum Gebet des "Engel des Herrn" (lateinisch: "Angelus") einzuladen.
Dies Gebet kann allein oder im Wechsel zwischen einem Vorbeter und den Anderen gebetet werden.

V.: Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft
A.: und sie empfing vom Heiligen Geist.
Gegrüßet seist du, Maria...
V.: Maria sprach: Siehe, ich bin die Magd des Herrn
A.: mir geschehe nach deinem Wort.
Gegrüßet seist du, Maria...
V.: Und das Wort ist Fleisch geworden
A.: und hat unter uns gewohnt.
Gegrüßet seist du, Maria...
V.: Bitte für uns, heilige Gottesmutter
A.: dass wir würdig werden der Verheißung Christi.
V.: Lasset uns beten. - Allmächtiger Gott, gieße deine Gnade in unsere Herzen ein. Durch die Botschaft des Engels haben wir die Mensch-werdung Christi, deines Sohnes, erkannt. Lass uns durch sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung gelangen. Darum bitten wir durch Christus, unsern Herrn.
A.: Amen.

Der Rosenkranz ist ein meditatives Gebet, bei dem – richtig gebetet – die Worte des Ave Maria in den Hintergrund treten und die Christusgeheimnisse unserer Erlösung sich in die Tiefe des Herzens senken. Wer regelmäßig den Rosenkranz betet, hat einen kräftigen Schutz zur Bewahrung des Glaubens gegen die vielen Anfechtungen und Verdrängungsmechanismen der wahren Gottesverbundenheit unserer Tage. Deshalb hat die Mutter Gottes bei ihrer Erscheinung vor den Hirtenkindern von Fatima das tägliche Gebet des Rosenkranzes gewünscht und empfohlen.

Es gibt auch viele Augenblicke im Laufe des Tages, zu denen man den Rosenkranz oder einen Teil des Rosenkranzes beten kann: Z. B. beim Warten auf den Bus oder Zug, bei längeren Autofahrten usw.

 

 

Wir kennen vier Rosenkränze: 

1. Den freudenreichen Rosenkranz
2. Den schmerzhaften Rosenkranz
3. Den glorreichen Rosenkranz
4. Den lichtreichen Rosenkranz

Jeder Rosenkranz besteht aus fünf Gesätzen mit dazugehörigen Geheimnissen.


Sie lauten wie folgt:

Die freudenreichen Geheimnisse
Jesus, den du, o Jungfrau, vom Heiligen Geist empfangen hast
Jesus, den du, o Jungfrau, zu Elisabeth getragen hast
Jesus, den du, o Jungfrau, (in Bethlehem) geboren hast
Jesus, den du, o Jungfrau, im Tempel aufgeopfert hast
Jesus, den du, o Jungfrau, (im Tempel wieder) gefunden hast

Die schmerzhaften Geheimnisse
Jesus, der für uns Blut geschwitzt hat
Jesus, der für uns gegeißelt worden ist
Jesus, der für uns mit Dornen gekrönt worden ist
Jesus, der für uns das schwere Kreuz getragen hat
Jesus, der für uns gekreuzigt worden ist

Die glorreichen Geheimnisse
Jesus, der von den Toten auferstanden ist
Jesus, der in den Himmel aufgefahren ist
Jesus, der uns den Heiligen Geist gesandt hat
Jesus, der dich, o Jungfrau, in den Himmel aufgenommen hat
Jesus, der dich, o Jungfrau, im Himmel gekrönt hat

Die lichtreichen Geheimnisse
Jesus, der von Johannes getauft worden ist
Jesus, der sich bei der Hochzeit in Kana offenbart hat
Jesus, der uns das Reich Gottes verkündet hat
Jesus, der auf dem Berg verklärt worden ist
Jesus, der uns die Eucharistie geschenkt hat

Das Kirchenjahr

Im Mittelpunkt allen kirchlichen Lebens steht die Feier des Todes und der Auferstehung Jesu Christi in der heiligen Eucharistie. Vor allem die sonntägliche Eucharistie vergegenwärtigt das österliche Heilsgeschehen. Eingebunden ist diese Feier inden Lauf des Kirchenjahres mit seinen Festkreisen. Dabei Unterscheidet man zwischen den beweglichen und den unbeweglichen Festen. Die beweglichen Feste orientieren sich am Ostertermin. Die unbeweglichen Feste sind vom Datum festgelegt (z.B. 25. Dezember – Weihnachten).

 

Das Kirchenjahr beginnt mit dem weihnachtlichen Festkreis. Dieser fängt mit dem ersten Adventssonntag an und endet mit dem Fest Taufe des Herrn. In der Adventszeit ist die liturgische Farbe Violett, in der Weihnachtszeit Weiß. Dann folgt die Zeit im Jahreskreis mit der liturgischen Farbe Grün. Der Jahreskreis wird durch den Osterfestkreis unterbrochen. Dieser beginnt mit dem Aschermittwoch und der darauf folgenden Fastenzeit und endet in der Osterzeit mit dem Hochfest Pfingsten. In der Fastenzeit ist die liturgische Farbe wieder Violett, in der Osterzeit Weiß.

Nach Pfingsten folgt wieder der Jahreskreis mit der liturgischen Farbe Grün. Das Kirchenjahr endet mit dem 34. Sonntag im Jahreskreis. An diesem Sonntag wird das Hochfest Christkönig gefeiert.

Einen Überblick über das Kirchenjahr bietet auch dieses Schaubild:

Der Aufbau der Heiligen Messe

(von Pfarrer Stephan Spiegel)

Die Heilige Messe besteht aus zwei Teilen, dem Wortgottesdienst und der Eucharistiefeier. Höhepunkt des Wortgottesdienstes ist die Verkündigung des Evangeliums, Höhepunkt der Eucharistiefeier ist die Wandlung. In dieser Feier berühren sich Himmel und Erde, Jesus ist als wahrer Gott und wahrer Mensch mitten unter uns gegenwärtig. Hier klingen menschliches Singen und Beten mit dem himmlischen Singen und Beten zusammen, wie es vor allem die Kirchen der Barockzeit wunderschön zum Ausdruck gebracht haben. Viele Teile der Heiligen Messe sind nach biblischer Offenbarung auch Bestandteil der Liturgie im Himmel. Die Heilige Messe ist eine Feier der gesamten Kirche. Deswegen verbieten sich hier Experimente, Veränderungen und Spielereien nach eigenem Geschmack und Wollen, so schön, gut und kreativ die Absichten auch sein mögen.

Die Heilige Messe ist der Höhepunkt allen christlichen Lebens und Feierns, aber auch die Quelle, aus der alles Tun sich speist. In ihr wird uns das Wort Gottes verkündet, in ihr haben wir tiefste und innerste Gemeinschaft mit Jesus Christus. Wer sich diese Feier entgehen lässt, ist auf dem Weg zur ewigen Gemeinschaft mit Gott im Himmel so mobil wie ein Auto ohne Tankstelle.

 
 

Die Zehn Gebote

Die Zehn Gebote sind beim Bundesschluss mit seinem Volk auf dem Sinai von Gott offenbart worden.
Er hat zu unserem Besten ausdrücklich betont, was Menschen guten Willens im Herzen erahnen.

1. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.

2. Du sollst den Namen Gottes heilig halten.

3. Du sollst den Sonntag heiligen.

4. Du sollst Vater und  Mutter ehren.

5. Du sollst nicht morden.

6. Du sollst nicht die Ehe brechen.

7. Du sollst nicht stehlen.

8. Du sollst nicht lügen.

9. Du sollst nicht die Frau (den/die Partner/in) deines Nächsten begehren.

10. Du sollst nicht auf den Besitz deines Nächsten eifersüchtig sein.

Die Kirche hat auch einige Gebote erlassen, die uns zu einem Leben aus dem Glauben helfen sollen.

Die Kirchengebote

  • An Sonn- und Feiertagen soll man die Heilige Messe andächtig mitfeiern.

  • Mindestens einmal im Jahr soll man beichten.

  • In der österlichen Zeit soll man die Kommunion empfangen.

  • Die gebotenen Fasttage soll man einhalten:
    Aschermittwoch und Karfreitag als strenge Buß- und Abstinenztage und jeden Freitag soll man ein Opfer bringen, um an das Leiden des Herrn sich zu erinnern.

  • Im Rahmen seiner Möglichkeiten soll man die Kirche unterstützen.

Die heiligste Dreifaltigkeit

(von Pfarrer Stephan Spiegel)

Wir glauben an einen Gott in drei Personen: Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist.

Diese Selbstoffenbarung Gottes hat uns Christus geschenkt und geht aus dem neutestamentlichen Zeugnis klar hervor. Gott ist unser Vater und Schöpfer, sein göttlicher Sohn hat uns erlöst und der Heilige Geist ist der Lebensspender, die lebendige und vereinende personale Kraft zwischen Vater und Sohn. Dennoch dürfte es eines der schwierigsten Glaubensgeheimnisse sein, da dies unser menschliches Vorstellungsvermögen eindeutig übersteigt.

 

 

 

Der hl. Patrick hat bei der Christianisierung der Iren dieses Glaubensgeheimnis mit dem dreiblättrigen Kleeblatt zu erklären versucht.

Ein weiteres schönes und hilfreiches Bild ist die eine Flamme aus den drei Streichhölzern.